Tag der Streuobstwiese am 24.04.2026
16.04.2026
Streuobstwiese Steinbergen
Am letzten Freitag im April wird europaweit der „Tag der Streuobstwiese“ begangen – ein Anlass, der die Bedeutung dieser besonderen Kulturlandschaften in den Fokus rückt. Streuobstwiesen sind in Deutschland gesetzlich geschützte Biotope. Sie leisten einen wichtigen Beitrag zur Artenvielfalt und sind zugleich ein bedeutendes Kulturgut.
Auch in Rinteln gibt es einige solcher Flächen, darunter eine rund vier Hektar große Streuobstwiese in Steinbergen unterhalb des Steinzeichens. Sie entstand im Rahmen der EXPO 2000 als Ausgleichsfläche.
Eine zentrale Rolle bei der Pflege der Fläche spielt dabei Bernhard Wünsche, der sich seit einigen Jahren ehrenamtlich intensiv für die Entwicklung der Fläche einsetzt. Auf die Streuobstwiese wurde er im November 2021 durch einen Zeitungsartikel aufmerksam. Obwohl er zuvor keine Berührungspunkte mit Obstbäumen hatte, entwickelte er schnell großes Interesse. Über Maria Rollinger vom NABU Rinteln („Hier blüht euch was!“) kam schließlich eine Zusammenarbeit u.a. mit Stadt und Bauhof zustande. Auch der NABU Bad Eilsen-Obernkirchen konnte als Partner gewonnen werden. Herr Wünsche arbeitete sich schnell in das neue Fachgebiet ein. So besuchte er Obstbaumschnittkurse und informierte sich unter anderem beim Streuobstwiesen-Bündnis Niedersachsen über fachgerechte Wiesenpflege.
Gemeinsam wurde in den vergangenen Jahren viel erreicht: Zahlreiche neue Obstbäume wurden gepflanzt, verwilderte Flächen von Brennnesseln, Brombeere und Goldrute befreit, Nistkästen installiert und Informationsschilder aufgestellt. Auch der Austausch von Verbissschutz und das Erneuern von Baumpfählen gehören zu den regelmäßigen Aufgaben. Zudem unterstützt ein Hobby-Landwirt das Projekt, indem seine Highlandrinder die Wiese in bestimmten Bereichen naturschonend beweiden.
Die Pflege bleibt jedoch anspruchsvoll und aufwendig u.a. durch die Größe der Fläche und die anspruchsvolle Hanglage.
Ein besonderes Augenmerk liegt auf der Pflanzung alter Obstsorten, darunter auch solche, die für Allergiker geeignet sind. Inzwischen umfasst die Streuobstwiese rund 30 verschiedene Apfelsorten sowie weitere Obstbäume wie Aprikosen, Birnen und Kirschen. Wünsches persönliche Lieblingssorte ist der Boskop – nicht zuletzt wegen seiner vielseitigen Verwendungsmöglichkeiten.
Neben dem ökologischen Nutzen spielt auch der gesellschaftliche Aspekt eine wichtige Rolle, so ist die Wiese öffentlich zugänglich. Ein Teil der Ernte wird zudem gemeinsam mit Schulen und Kindergärten verarbeitet, etwa beim Entsaften. Dieses Engagement soll künftig weiter ausgebaut werden.
Für die kommenden Jahre gibt es bereits zahlreiche Ideen: So sollen Imker eingebunden und die Ausbreitung von problematischen Pflanzenarten weiter eingedämmt werden. Auch eine ergänzende Schafbeweidung ist geplant. Zudem wird derzeit eine verstärkte Kooperation mit dem NABU Bad Eilsen vorbereitet, um die Zusammenarbeit weiter zu stärken.
Bernhard Wünsche als aktiver Pensionär stellt fest: „Die Arbeit in der Natur hält gesund und ist zugleich ein aktiver Beitrag zum Klimaschutz.“ Wer sich ebenfalls engagieren möchte, kann sich direkt an ihn oder an die Stadtverwaltung Rinteln, Frau Wahl (Tel.: 05751 403-501, E-Mail: jk.wahl@rinteln.de), wenden.



